Dr. med. Jürg Beriger, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Lostorf

 

 

 

Asthma bronchiale

Eine Kurzbeschreibung


 

 

Asthma bronchiale ist im Kindesalter die häufigste chronische Erkrankung ( 7-10% der Kinder, hauptsächlich allergisch). Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen ist die Verbreitung gross (5% der Erwachsenen). Oftmals wird die Bedeutung der Erkrankung unterschätzt und daher keine adäquate Therapie durchgeführt. Die Sterblichkeit an Asthma bronchiale beträgt ca. 0.5 - 3 pro 100'000 Einwohner).

Oft äussert sich ein Asthma lediglich in andauerndem nächtlichen Husten oder in Hustenanfällen nach sportlichen Anstrengungen.

 

Was ist Asthma

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Asthma bronchiale ist eine Entzündung der Schleimhaut in den tiefen Luftwegen (Bronchien), welche zu Husten, Schleimproduktion und Atemnot führen kann, akut oder chronisch. Dazu kommt eine übermässige Verkrampfung der Muskeln in der Bronchialwand - auf innere und äussere Reize, was eine starke zusätzliche Verengung der Luftwege zur Folge hat und sich in Atemnotanfällen äussert.

Querschnitt durch eine Bronchialwand:

asthma.bmp (619434 Byte) Abb. 1

Nach langjährigem, ungenügend behandeltem Asthma kann es zu Spätfolgen wie zur chronischen Asthmabronchitis und zum Lungenemphysem (Lungenüberblähung) kommen. Diese Krankheitsbilder, wie sie sonst häufig auch bei schweren Rauchern auftreten, sprechen kaum mehr auf eine Behandlung an, da es zu irreversiblen Schäden und Vernarbungen im Lungengewebe gekommen ist. Diese Entwicklung gilt es früh im Krankheitsverlauf, schon in der Kindheit also, mit allen Mitteln zu verhindern.

 

Ursache

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Asthma nimmt aus ungeklärten Gründen weltweit ungehemmt zu. Die Ursache ist noch immer nicht vollständig geklärt. Zugrunde liegt eine erhöhte Reaktionsbereitschaft des Bronchialsystems, die einerseits durch eine vermehrte Freisetzung von Botenstoffen (Histamin, Leukotriene etc.), andererseits durch eine Störung der durch Nerven vermittelten Regulation der Muskelspannung in den Atemwegen (Bronchialwand). Es überwiegen die sogenannten bronchokonstriktorischen (Bronchien-zusammenziehenden) Impulse.
Auslösend ist eine Vielzahl von Reizen:

  • Exogene Allergene (z.B. eingeatmete Blütenpollen, Hausstaub,...)
  • Körperliche Anstrengung
  • Atemwegsinfektionen (z.B. Erkältungskrankheiten)
  • medikamentöse Reize (z.B. Salicylate)
  • chemische Reize (z.B. Reizgase)
  • physikalisch-irritative reize (z.B. Stäube)
  • psychische Faktoren
  • unklare Faktoren (Intrinsic-Asthma)
  • Mischformen treten häufig auf

 

Veranlagung / Risikofaktoren

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Eine familiäre Häufung atopischer Erkrankungen (Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Nesselfieber, Neurodermitis) ist zu beobachten. Medikamente können eine Bronchialverengung auslösen (z.B. Aspirin, Rheumamedikamente). Betablocker begünstigen eine Verengung der Bronchien.

 

Krankheitszeichen   

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Nächtlicher Husten, der auf übliche Massnahmen nicht bessert kann erstes Anzeichen von Asthma sein. Husten und Atemnot nach sportlicher Betätigung ist ein Zeichen für ein Anstrengungs-Asthma. Bei allergischen Formen ist häufig die Nasenschleimhaut mitbetroffen, was sich in Juckreiz und Niesanfällen äussert. Fieber ist nicht typisch für Asthma und zeigt eine zusätzliche Infektion an.

Anfälle treten häufig nachts und frühmorgens auf und sind durch Hustenattacken und erschwertes Ausatmen gekennzeichnet. Der Anfall hat eine Dauer von Minuten bis Stunden, kann aber auch länger dauern. Häufig leiden Familienangehörige ebenfalls an Asthma oder Heuschnupfen. Es kommt zu Atemnot, Pfeifgeräuschen beim Ausatmen, Husten, schnellem Pulsschlag und Schweissneigung.

 

Komplikationen

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  • Status asthmaticus (länger als 24 Stunden dauernder Anfall der auf eine Behandlung nicht anspricht, lebensbedrohlich!)
  • obstruktives Emphysem (gleiches schweres Krankheitsbild wie nach langjährigem Rauchen)
  • Herzbelastung (Cor pulmonale)
  • Ateminsuffizienz

Komplikationen können durch richtige, frühzeitige und ausreichende Behandlung vermieden werden!

 

Prognose

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50-80% aller Patienten haben keine Einschränkung der Lebenserwartung. 50% aller betroffenen Kinder werden beschwerdefrei.

 

Therapie

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Ein normales Leben ist das Ziel der Asthmabehandlung. Neben den heute zur Verfügung stehenden wertvollen Medikamenten ist auch das Wissen der Patienten für den Behandlungserfolg entscheidend.

Therapieempfehlungen 1999
(Asthma bronchiale bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, Consensus statement 1999 (aus Homepage der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie)

Kontrolle beim Arzt durch Messungen der Lungenfunktion             nach oben

wpe1.jpg (62709 Byte) Abb. 2

Durch regelmässige Prüfungen der Lungenfunktion (Spirometrie) kann der Schweregrad des Asthmas einfach grafisch dargestellt und mit dem Patienten besprochen werden (Abb.2).

 

Selbstkontrolle durch Peak-flow Messungen zu Hause

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Peak-flow Messungen, d.h. die Messung des maximal möglichen Atemstroms während des Ausatmens (wie beim Ausblasen einer Kerze) können eine Spirometrie in der Praxis nicht ersetzen. Sie erlauben es jedoch, die Verdachtsdiagnose eines Asthmas zu stützen, Faktoren die das Asthma auslösen zu ermitteln und die medikamentöse Therapie besser zu steuern.

Patienten, die umfassend über ihre Krankheit informiert worden sind und die mit diesem Wissen langfristige Peak-flow-Kontrollen durchführen, sind eher in der Lage, ihr aktuelles Befinden richtig einzuschätzen.

Mit Hilfe des sogenannten Ampelschemas können die auftretenden Veränderungen leicht in therapeutische Schritte  umgesetzt werden. Die daraus resultierende Optimierung der Therapie führt zur Senkung der Frequenz von Notfallhospitalisationen und verbessert die Lebensqualität.

Nützliche Links zu diesem Thema

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Lungenliga

Peak Flow Protokoll 

 

 

 

Quellen: MIS 2001, Kortison bei Asthma? K. Trechsel, Ars Medici 2/97, Schweizerische Rundschau für Medizin 48/96