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Fieber im Kindesalter
Dr. med. Jürg Beriger, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Lostorf

Kinderkrankheiten Fieber im Kindesalter Krankheiten CPR Wiederbelebung Magazin

 

 

 

Fieber im Kindesalter

Ursachen, Erscheinungsformen, Massnahmen

Informationen für Eltern und Betreuungspersonen ...

bulletWärmeregulation
bulletUrsachen von akutem Fieber
bulletWann sofort zum Arzt?
bulletWann soll Fieber behandelt werden?
bulletMedikamente - ja oder nein
bulletFieberkrämpfe

 

Bei kleinen Kindern kommt Fieber recht häufig vor. Fieber gilt als Anzeichen für eine Krankheit. Für Eltern ist das oft ein Alarmzeichen.

Meistens ist Fieber der Ausdruck einer Infektionskrankheit im Bereich der oberen Luftwege: Zum Beispiel Grippe, Angina oder Mittelohrentzündung.

 

Wärmeregulation

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Die menschliche Körpertemperatur wird von einem speziellen Regulationszentrum (Thermostat) gesteuert, das sich im Gehirn befindet. Die Körperwärme wird in Leber- , Muskel- und Fettgewebe gebildet. Der Körper gibt Wärme vor allem über die Haut ab (Strahlung, Verdunstung, Luftstrom) und nur zu einem unwesentlichen Teil über die Atemluft und die Ausscheidungen.

Bei kleinen Kindern ist die Wärmeregulation noch nicht vollständig ausgebildet. Deshalb reagieren Säuglinge und Kleinkinder rascher mit Fieber als grössere Kinder und Erwachsene.

Verschiedene fiebererzeugende Substanzen von Infektionserregern (Bakterien, Viren) und Entzündungszellen (weisse Blutkörperchen) können das Temperatur-Regulationszentrum auf einen höheren Wert einstellen:
Der Körper reagiert mit Muskelzittern oder Schüttelfrost, um die zusätzliche Wärme zu erzeugen.

Die Körpertemperatur schwankt normalerweise zwischen 36.5° und 38.0° Celsius (gemessen im Enddarm). Die Temperatur hängt vor allem ab von :

bulletkörperlicher Anstrengung
bulletAufregung (vor allem bei "sensiblen" Kindern)
bulletEssen und Trinken
bulletUmgebungstemperatur
(die Körpertemperatur steigt bei Sonneneinstrahlung, hoher Luftfeuchtigkeit, Windstille, überheizten Räumen sowie zu warmen Kleidern oder Bettzeug)

Von eigentlichem Fieber sprechen wir bei einer Körpertemperatur von 38.5° und mehr, wenn wir sie im Enddarm oder Mund messen, oder 38.0° und mehr, wenn wir sie in der Achsel messen.

 

 

Akutes Fieber

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Akutes Fieber kann folgende Ursachen haben:

  1. Häufige Infektionskrankheiten
    bulletMittelohrentzündung., Angina, Grippe mit Atemwegs- oder/und Magen-Darm-Symptomen
  2. Seltene Infektionskrankheiten
    bulletHarnwegsinfekte
    bulletKinderkrankheiten
    (z.B. Dreitagefieber, Röteln,
    Masern, Mumps, Windpocken, Scharlach)
    bulletHirnhautentzündung, Lungenentzündung, Blinddarmentzündung und andere Entzündungen
  3. Zu hohe Umgebungstemperatur
    bulletStarke Sonneneinstrahlung und heisses Klima
    bulletÜberreizung der Wohnung
    bulletZu warme Kleider oder zu warmes Bettzeug
  4. Austrocknung (sogenanntes Durstfieber)
    bulletBrechdurchfall
    bulletZu wenig trinken
  5. Seltene Fälle
    bulletReaktion auf Impfung
    bulletÜberempfindlichkeit (Allergie) auf Medikamente, Nahrungsmittel
    bulletFieber im Zusammenhang mit Zahnen (normales Zahnen ist keine Fieberursache, Fieber kann jedoch die Zahnbildung "antreiben")
  6. Sehr seltene Fälle
    bulletDrüsenkrankheit
    (z.B. Schilddrüsenüberfunktion)
    bulletStörung im Gehirn
    (z.B. Hirnentzündung)
    bulletBösartige Krankheit
    (z.B. Blut- oder Lymphknotenkrebs)

 

Sofort zum Arzt

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Kinder mit Fieber müssen sofort zum Arzt (Kinderarzt, Allgemeinpraktiker) oder ins Kinderspital gebracht werden, falls eine der folgenden Situationen vorliegt:

bulletKrämpfe, Schläfrigkeit oder Apathie, schlechtes Aussehen, Reizbarkeit, Berührungsempfindlichkeit, rote Hautflecken, die auf Druck nicht verschwinden (Hinweis auf Hautblutung)
bulletSehr hohes Fieber: 41° Celsius oder mehr
bulletVerdacht auf Infektionskrankheit (siehe "akutes Fieber")
bulletDeutliche Austrocknung
(Durst, trockene Schleimhäute, Tränen und Urin vermindert)
bulletFieberdauer länger als zwei bis drei Tage
bulletFieber während der ersten zwei Lebensmonate
bulletWenn eine Vorkrankheit besteht, bei der Fieber sofort abgeklärt werden muss, z.B. Abwehrschwäche, Krebskrankheit oder Unterernährung

 

Wann Fieber behandeln?

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Für eine Behandlung von Fieber sprechen folgende Gründe:

bulletFieber belastet Ihr Kind (Stoffwechsel, Kreislauf)
bulletIhr Kind fühlt sich schlecht; sein Allgemeinzustand ist beeinträchtigt
bulletFieberkrämpfe können vorkommen und belasten den Körper
bulletFieber kann gewisse Krankheitsprozesse verstärken

Gegen eine Behandlung von Fieber sprechen folgende Gründe:

bulletFieberbehandlung kann typische Krankheitssymptome verwischen (erschwert die Diagnostik)
bulletFieber fördert gewisse Körperabwehrprozesse und bekämpft bestimmte Krankheitserreger
bulletAlle Medikamente, die wirken, können auch Nebenwirkungen haben

 

Wie Fieber behandeln?

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In allen Fällen und unabhängig von der Höhe des Fiebers sind folgende Massnahmen nützlich:

bulletZimmertemperatur senken: Heizung zurückstellen, regelmässig lüften - jedoch kein Durchzug und keine Sonneneinstrahlung
bulletLeichte Kleidung: z.B. kurze Hosen und T-Shirt aus Baumwolle
bulletLeichtes Bettzeug: kein Deckbett und keine Wolldecke, nur Leintuch
bulletMehr und regelmässig trinken:
Kräuter- oder Kindertees, Trinklösung

Wenn das Fieber andauert:

bulletVentilator anstellen - aber nicht direkt ins Gesicht richten
bulletKühlende Wickel: mit kühlem (nicht eiskaltem) Wasser oder Essigwasser getränkte Tücher um Waden und Oberschenkel wickeln (nur bei warmen Füssen!); dabei die Füsse frei lassen. Wickel während 20 bis 30 Minuten wirken lassen.
bulletAbsteigendes Bad: Vollbad einlaufen lassen bei einer Wassertemperatur von 5° Celsius unter der gemessenen Körpertemperatur. Dann durch Zugabe von kaltem Wasser langsam um weitere 5° Celsius abkühlen. Dauer des Bads: 10 bis 20 Minuten.

 

Medikamente - ja oder nein?

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Falls das Fieber (rektal gemessen) 39.5° C oder mehr beträgt, sind Fiebermedikamente angezeigt.
- jetzt genügen abkühlende Massnahmen alleine nicht mehr.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet über die Art der für Ihr Kind notwendigen Medikamente (fiebersenkende, antibiotische usw.) sowie über Dosierung und Verabreichung (Suspension, Tropfen, Suppositorien, Tabletten, selten als Spritze).

 

Fieberkrämpfe

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In den ersten sechs Lebensjahren kommt es bei ungefähr drei bis vier Prozent aller Kinder zu Fieberkrämpfen, und zwar meistens nur einmal, selten häufiger. Diese Krämpfe sind praktisch immer harmlos, und ein Übergang in eine eigentliche Epilepsie ist ausserordentlich selten. Trotzdem brauchen alle Kinder mit Fieberkrämpfen fachärztliche Betreuung. Der zuständige Arzt (Kinderarzt, Hausarzt) wird über die notwendigen Massnahmen (Abklärung, Fieberbekämpfung, Verhütung bzw. Behandlung weiterer Fieberkrämpfe) individuell entscheiden.

Quelle: Broschüre "Fieber im Kindesalter" von ABBOTT AG

Für mehr Informationen kontaktieren sie bitte:

Dr. med. Jürg Beriger
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Bachstrasse 30, CH-4654 Lostorf
Tel: 062 298 01 01
Fax: 062 298 01 02

 

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Kontakt: beriger@allgemeinpraxis.ch  
Letzte Änderung: 13. December 2009